 |
| Kampf gegen Piraterie im Web "reine Zeitverschwendung" |
Der britische Musikmanager und Plattenproduzent Peter Jenner bezeichnet Filesharing als unvermeidlich. Jenner ist eine Grösse im Musikbusiness, im Laufe seiner Karriere betreute er Bands wie Pink Floyd, The Clash, T Rex und Billy Bragg.
Der Musikmanager beschäftigte sich zuletzt eingehend mit der aktuellen Situation auf dem Musikmarkt und kam zu dem Schluss, dass die Verfolgung von Online-Piraten reine Zeitverschwendung ist.
"Die Leute am Kopieren von Musik hindern zu wollen, ist ganz klar verschwendete Zeit. Ausserdem machen solche Versuche das Gesetz zum Angreifer. Es ist so ähnlich wie bei der Prohibition in den 30er-Jahren in Amerika", kritisierte Jenner im Zuge des Westminster eForum von vergangener Woche.
Neue Beziehung schaffen
Die Beziehung zwischen Musikschaffenden und der Öffentlichkeit muss laut dem Branchenkenner unbedingt wiederhergestellt werden. Jenner wehrt sich gegen den Begriff "Konsument" im Zusammenhang mit der digitalen Welt.
Der Umgang mit dem Internet bzw. dessen Usern spaltet die Musikindustrie seit Jahren. Noch immer fehlen einheitliche durchschlagende Strategien, wie das Geschäft auch in Zukunft überleben kann. Die Verkaufszahlen gehen jedenfalls weiter zurück.
Das zeigte auch der IFPI-Jahresbericht 2009. Der Gesamtumsatz fiel im Vorjahr um sieben Prozent.
Piraterie als Vorbild
Trotz angestrengten Bemühungen, Klagewellen und dem Vorgehen gegen illegale Filesharing-Plattformen ist der Piraterie im Netz nicht beizukommen. Wenngleich digitale Musikverkäufe wachsen, können sie die Verluste aus dem physischen Geschäft weiterhin nicht aufwiegen.
Jenner denkt beim Filesharing in eine andere Richtung. Die kontroverse Plattform RapidShare nennt er beispielgebend dafür, wie sich Leute zum Bezahlen von Inhalten animieren lassen. |